Ende der Atomkraft und doch nichts gelernt? Diskutiere mit!

Eine NaturFreunde-Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe "Treffpunkt i"

40 Jahre nach dem Super-GAU in Tschernobyl geht es beim nächsten „Treffpunkt i“ am 23. April um 19:00 Uhr um die vermeintliche Renaissance der Atomkraft. Bei dieser digitalen Veranstaltungsreihe stellt der NaturFreunde-Bundesvorstand auf Zoom zentrale Positionen zur Diskussion – und lädt Mitglieder und Interessierte herzlich zum Mitdiskutieren ein. Häufig nimmt auch ein*e Referent*in einer Partner-Organisation teil.

Und darum geht es konkret:
40 Jahre ist es her, da kam es zum ersten Super-GAU in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomkraft: Der Größte (nicht) Anzunehmende Unfall ereignete sich im nordukrainischen Leninkraftwerk bei Prybjat nahe Tschernobyl. Gegründet am 4. Februar 1970 sollte es eigentlich der Vorzeigeort der modernen Sowjetunion werden, heute hingegen ist es eine Geisterstadt und Mahnmal menschlicher Überheblichkeit.

Leistungsdruck, ein überfordertes Betriebspersonal und falsche Entscheidungen machten den Ort zum Sinnbild technischer Gefahren, die nicht mehr zu verantworten sind. Die ökonomischen Folgen von Tschernobyl trugen ganz wesentlich zum Zusammenbruch der Sowjetunion bei.

Datum: 23. April 2026, 19 Uhr
Thema: Ende der Atomkraft und doch nichts gelernt?
Referent: Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands
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Im Westen wurde der Super-GAU allerdings als Produkt russischer Technik abgetan. Überheblichkeit war die Antwort.

Doch dann kam es zum 11. März 2011. Folgeschäden eines Erdbebens, kombiniert mit Fehlentscheidungen führten im japanischen Atomkraftwerk von Fukushima Daiichi zur Atomkatastrophe. In den Blöcken 1, 2 und 3 fand eine Kernschmelze statt, rund ein Drittel der radioaktiven Emissionen von Tschernobyl wurden freigesetzt und kontaminierten Böden, Wasser, Nahrungsmittel und Menschen. Rund 150.000 Anwohner*innen mussten evakuiert werden. Fukushima war der zweite zivile Super-GAU.

Heute kehrt der Irrsinn scheinbar zurück. Medien und ein Teil der Politik rufen nach neuen Atomkraftwerken. CSU-Chef Söder spricht von Atom 2.0. Er will in Bayern sogenannte Small Modular Reactors (SMR) bauen lassen. Tatsächlich führen der Einsatz von KI und die Umstellung auf E-Mobilität zu einem enormen Strombedarf, der die heutigen Angebote weit übersteigt.

Doch ein klarer Blick zeigt den ideologischen Irrweg. Die neuen AKWs haben Konzepte, die teuer, technisch fragwürdig und nicht hilfreich sind. Die meisten dieser Technologien sind zudem bereits im letzten Jahrhundert beerdigt worden.

Die Energiefrage ist zu ernst, um sie fragwürdigen Interessenvertretern zu überlassen. Tschernobyl mahnt uns: Stoppt den Irrweg!

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